
Am 29. und 30. Juni 2002 wurde der Rehnenhof zum Zentrum der deutschen Free-Fight-Szene. Der BSC Wetzgau richtete den „1. Wetzgauer Vale-Tudo Cup“ aus, der gleichzeitig als offizielle Deutsche Verbandsmeisterschaft des DVF-K fungierte.
Ein Wochenende im Zeichen des „Alles erlaubt“
„Vale Tudo“ (portugiesisch für „Alles gilt“) war das Motto, doch für die Sicherheit der Kämpfer – insbesondere der jüngeren Teilnehmer – wurde das Regelwerk vom Verband für fernöstliche Kampfkünste (DVF-K) gezielt angepasst. Während Würfe, Hebel und Würgegriffe mit vollem Einsatz erlaubt waren, wurden Schläge und Tritte im Stand sowie am Boden nur im Semi-Kontakt (Leichtkontakt) ausgeführt.
Experten-Seminar mit Michael Haselein
Dem Turnier am Sonntag ging ein intensives Seminar am Samstag voraus. Der Free-Fight-Europameister und BJJ-Experte Michael Haselein vermittelte den Teilnehmern Techniken des Brazilian Jiu-Jitsu und Grappling. Besonders beeindruckend war sein Repertoire an Submission-Techniken, von Arm- und Beinhebeln bis hin zu präzisen Würgegriffen, die auch ohne den traditionellen Gi effektiv angewendet werden können.
Ergänzt wurde der Lehrgang durch Wolfgang Joos-Held, der seinen praxisnahen Godai-Ryu Karate-Stil präsentierte und die Effektivität von Schlägen und Tritten in der Selbstverteidigung demonstrierte.
Die Ergebnisse des ersten Cups
Turnierleiter und Hauptkampfrichter Wolfgang Joos-Held zeigte sich beeindruckt vom Mut der teilweise noch jugendlichen Kämpfer.
Die Platzierungen im Detail:
- Leichtgewicht (unter 80 kg):
- 1. Platz: Peter Dannenberg (US-Amerikaner aus Stuttgart)
- 2. Platz: Thomas Schürle (BSC Wetzgau)
- 3. Platz: Nino Assafiri und Florian Schütte (beide BSC Wetzgau)
- Schwergewicht (über 80 kg):
- 1. Platz: Gerold Bauer (BSC-Trainer)
- 2. Platz: Dietmar Grosskinsky (Illertissen)
- 3. Platz: Marc Vida und Johann Heinrichs (beide BSC Wetzgau)
Besondere Brisanz bot das Schwergewichtsfinale zwischen den „alten Hasen“ Bauer und Grosskinsky, die sich einvernehmlich auf einen Kampf mit voller Härte einigten, der schließlich durch einen harten Haken von Bauer zum einzigen echten K.o. des Turniers führte.
Aufgrund des großen Erfolgs wurde bereits am Ende des Turniers die Fortsetzung für das Jahr 2003 angekündigt.


