
World Martial Arts Games Barcelona im Juni 2004: Schon die Zeit der Vorbereitung glich einem harten Fight – doch all der Schweiß, auch die kleinen Verletzungen und vor allem der unbeugsame Wille haben sich für Erika Müller und Gerold Bauer vom Budo-Sport-Club Wetzgau e.V. vollauf gelohnt. Bei der inoffiziellen Weltmeisterschaft des Kampfsports in der spanischen Metropole Barcelona holten die beiden Athleten insgesamt drei Goldmedaillen. Zudem gelang es ihnen gemeinsam mit dem deutschen Team, den begehrten Titel „Grandchampion“ im Kickbox-Teamkampf für sich zu verbuchen.
Es ging von Beginn an richtig zur Sache in Spanien. Rund 500 Kampfsportler aus aller Welt trafen sich in der katalanischen Metropole, um ihre Titelträger in verschiedenen Disziplinen und Kategorien zu ermitteln. In der deutschen Mannschaft standen mit Erika Müller und Gerold Bauer zwei etablierte Kämpfer des Budo-Sport-Clubs Wetzgau e.V., die sich bereits in der Vergangenheit einen Namen in der Kampfsportszene gemacht hatten.
Souveräner Sieg in der Selbstverteidigung der Frauen
Erika Müller trat bei den Wettbewerben in der Kategorie „Selbstverteidigung der Frauen“ an. Ihr Ziel war es, dem Gremium sowie den Zuschauern eine dynamische, kompromisslose und technisch einwandfreie Demonstration zu präsentieren. Als Angreifer auf der Matte fungierte dabei ihr Vereinskamerad Gerold Bauer.
Die beiden Wetzgauer beeindruckten die Jury und das Publikum gleichermaßen. Die Vorführung wurde nach strengen Kriterien bewertet: Waren die gezeigten Angriffe eine echte Bedrohung? Funktioniert die Verteidigung im Ernstfall tatsächlich? Sonderpunkte gab es zudem für Dynamik und Vielseitigkeit. Mit einer extrem hohen Durchschnittsnote von 9,98 von 10 möglichen Punkten sicherten sich Erika Müller und Gerold Bauer verdient den ersten Platz und damit die Goldmedaille für Deutschland. Auch beim Auftritt des deutschen Bundestrainers Freddy Kleinschwärzer agierte Bauer als Partner in der Selbstverteidigung für Männer – und wieder hieß das Endergebnis Gold.
Gold im Grappling und Freestyle bei den World Martial Arts Games Barcelona

Der 42-jährige Gerold Bauer war bei den Titelkämpfen in Spanien gleich in mehreren Disziplinen gefordert. Er ging im „Grappling“ (Jiu-Jitsu ohne Schläge und Tritte) sowie im „Freestyle“ (Jiu-Jitsu) an den Start.
Im Finale des Grappling-Wettbewerbs traf der Ruppertshofener auf einen starken Gegner aus Großbritannien. Bauer behielt die Übersicht auf der Matte und zwang seinen Kontrahenten bereits nach knapp 50 Sekunden durch einen angesetzten Kreuzwürger zur Aufgabe. Auch im anschließenden Freestyle-Wettbewerb kletterte der Wetzgauer Trainer auf die höchste Stufe des Treppchens und sicherte sich damit den nächsten Weltmeistertitel im Einzel.
Dramatisches Finale im Kickbox-Teamkampf
Den krönenden Abschluss der Wettkampftage in Spanien lieferten die Athleten des deutschen Teams gemeinsam ab. Sie traten im hochbesetzten Feld des Kickbox-Teamkampfs an und kämpften sich bis in die Endrunde vor.
Im dramatischen Finale trafen die deutschen Kampfsportler erneut auf die Vertretung aus Großbritannien. In hart umkämpften Duellen behielten die Athleten des deutschen Kaders die Oberhand und ließen den Briten einmal mehr das Nachsehen. Damit wurden sie offizieller Meister im Kickbox-Teamkampf und holten den Titel des „Grandchampions“ nach Deutschland.
Gold für Erika Müller unter internationaler Jury
Ein besonderes Augenmerk lag auf der separaten Auszeichnung für Erika Müller bei den Wettkämpfen. Die Jury unter der Leitung von T. Rondo van Clief aus den USA beurteilte die Vorführung in der Kategorie Selbstverteidigung nach extrem strengen Maßstäben.
Die hohe Durchschnittsnote von 9,98 bestätigte die Präzision und Realitätsnähe der gezeigten Techniken. Die Wertung spiegelte wider, dass die gezeigten Abwehrhandlungen nicht nur choreografisch überzeugten, sondern auch unter realistischen Bedingungen standhalten würden. Für den Budo-Sport-Club Wetzgau e.V. markiert dieser Erfolg einen Meilenstein in der Vereinsgeschichte der Selbstverteidigung.


