
Kodokan-Judo Meisterschaft in Preetz (Schleswig-Holstein): Bei der erstmals nach den alten japanischen Regeln ausgetragenen deutschen Meisterschaft im Kodokan-Judo erzielten 15 Mitglieder des BSC Wetzgau e.V. ein außergewöhnliches Gesamtergebnis. Mit insgesamt neun deutschen Meistern, vier Vizemeistern sowie einem dritten und einem vierten Platz verlief dieser Wettkampf für die Gmünder Vertretung überaus erfolgreich.
Das traditionelle Judo, auch Kodokan-Judo genannt, orientiert sich streng am Stilgründer Jigoro Kano. Es wurde vor allem in der ehemaligen DDR gepflegt und erlebt derzeit im Westen eine Wiedergeburt. Es unterscheidet sich vom olympischen Judo nicht etwa durch die Techniken an sich, sondern ausschließlich durch das Regelwerk für den Wettkampf: Im Kodokan-Judo sind weder verbotene Würfe noch verbotene Fassarten definiert, und auch Strafen für defensives Kämpfen gibt es nicht. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Stand- und Bodenkampf im Kodokan-Judo absolut gleichrangig sind. Würfe aus der Bodenlage dürfen ausgeführt werden, und nur für perfekte Würfe oder Siege durch Ippon wird eine Wertung vergeben. Kleine Wertungen wie Koka und Yuko werden grundsätzlich nicht vergeben.
Entscheidung für die Kodokan-Judo Meisterschaft
Die Initiative zur Teilnahme ging von den Verantwortlichen des BSC Wetzgau e.V. aus. Schließlich gehört der Verein als amtierender württembergischer Meister sowie als Mitglied des Landeskaders zu den etablierten Adressen im regionalen Kampfsport. Wie sich zeigte, erwiesen sich saubere Würfe und solide Bodentechniken auch unter den wiederentdeckten alten Regeln als maßgebend für den Erfolg.
Unter den über 100 Teilnehmenden trotzten die Gmünder der Konkurrenz. Bei den meist sehr temperamentvollen und in den meistens sehr sauber geworfenen Wurftechniken sowie den starken Halgriffen beeindruckten die Kämpfenden vor allem mit technischer Präzision das Publikum in Preetz. Da die Gewichtsklassen anders eingeteilt waren und man dadurch zum Teil auch gegen deutlich schwerere Gegner kämpfen musste, ließ sich das Team des BSC Wetzgau nicht bremsen.
Die Erfolge des BSC Wetzgau e.V. in den Jugendklassen
In den Nachwuchsklassen setzten sich die Starterinnen und Starter des BSC Wetzgau e.V. in ihren jeweiligen Gewichtsklassen durch:
- Jugend U11: Deutsche Meister in ihren Gewichtsklassen wurden Valerie Muth, Björn Lange, Adrian Nieß und Edoardo Bauer. Hannah Nieß und Bernardo Bauer wurden Vizemeister. Robin Huber kam auf Platz drei, während Holger Klenk mit seinem vierten Platz haarscharf an Bronze vorbeischrammte.
- Jugend U13: In der Altersklasse U13 sicherten sich Moritz Jakob und Lukas Frank den Meistertitel. Onur Baykal erkämpfte sich den zweiten Platz, gefolgt von Jan Lange.
- Jugend U17: In der Altersklasse U17 wurde Sascha Schmidt Deutscher Meister. Martin Heinrichs stieg ganz oben aufs Treppchen und sicherte sich ebenfalls den Titel.
Entscheidungen bei den Erwachsenen und Ehrung für Gerold Bauer
Bei den Erwachsenen siegte Johann Heinrichs im Finale gegen seinen Vereinskameraden Gerold Bauer.
Im Rahmen dieser deutschen Meisterschaften verlieh Thomas Herold, Präsident des Deutschen Kodokan-Verbands, dem Vorsitzenden des BSC Wetzgau e.V., Gerold Bauer, den dritten DAN im traditionellen Kodokan-Judo. Dieser Wettkampf unterstrich die vielseitige technische Ausbildung der Sportlerinnen und Sportler des Vereins unter den traditionellen Regelwerken des Kodokan-Judo.


