
Benefiz Budo Seminar Wetzgau – wenn Kampfkunst auf Nächstenliebe trifft. Am vergangenen Wochenende bewies die regionale Kampfsport-Gemeinschaft eindrucksvoll, dass wahre Stärke weit über die körperliche Ertüchtigung hinausgeht. Über 80 Budoka aus der gesamten Region kamen in der Mehrzweckhalle der Friedensschule zusammen, um nicht nur ihre Techniken zu verfeinern, sondern vor allem ein klares Zeichen für Zivilcourage und Hilfsbereitschaft zu setzen.
Gemeinschaftsprojekt der regionalen Dojos
Stark zu sein gehört im Budo-Sport zum täglichen Geschäft. Doch die Meister lehren von Beginn an, dass Mut und Kraft primär für den Schutz Schwächerer und soziale Verantwortung eingesetzt werden sollten. Aus diesem Grundgedanken heraus organisierten die Dojos aus Wetzgau, dem Hardt, Mutlangen, Leinzell und Gschwend ein gemeinsames Event. Das Ziel: Familien mit schwerstkranken Kindern in einer schwierigen Lebensphase beizustehen.
Prominenz auf der Tatami: Oberbürgermeister im Kampfanzug
Eine besondere Überraschung und Wertschätzung für das Projekt stellte der Besuch von Oberbürgermeister Richard Arnold dar. Er beließ es nicht bei warmen Worten: Um das Projekt tatkräftig zu unterstützen, legte das Stadtoberhaupt kurzerhand den Geschäftsanzug ab, streifte sich einen Gi (Kampfanzug) über und trainierte über eine Stunde lang aktiv mit. Dabei bewies Arnold, dass er nicht nur auf dem politischen Parkett, sondern auch auf der Matte über eine beachtliche Schlagkraft verfügt.
Neben dem Oberbürgermeister engagierte sich auch Dr. Jochen Riedel, Chefarzt der Kinderklinik in Mutlangen. Als großer Förderer des Vereins „Bunter Kreis“ reihte er sich als regulärer Teilnehmer unter die Budoka ein und unterstrich damit die Bedeutung der engen Verzahnung von Sport und medizinischer Nachsorge.
Bewegende Einblicke durch Christiane Eichenhofer
Bevor das sportliche Training begann, ergriff Christiane Eichenhofer, die Protagonistin der bekannten „Tour Ginkgo“, das Wort. In einer sehr bewegenden Ansprache erläuterte sie ihre eigene Lebensgeschichte und erklärte anschaulich, warum die Region diese Spenden so dringend für die Nachsorge schwerstkranker Kinder benötigt. Ihre Worte verliehen den folgenden fünf Stunden Training eine besondere Tiefe und Motivation.
Hochkarätige Lehrer unterrichten beim Benefiz Budo Seminar Wetzgau
Die Initiative für dieses besondere Seminar entstand spontan aus einem Dialog zwischen Gerold Bauer (BSC Wetzgau) und Josef Oberhollenzer (TSB Gmünd). Da beide als hochgraduierte Experten im National Martial Arts Games Committee tätig sind, konnten sie schnell weitere hochkarätige Mitstreiter gewinnen, die allesamt unentgeltlich ihr Wissen zur Verfügung stellten:
- Gerold Bauer (5. Dan)
- Josef Oberhollenzer (6. Dan)
- Richard Schmidt (5. Dan)
- Thomas Lamm (Karate-Weltmeister, 3. Dan)
- Dietmar Großkinsky (3. Dan)
- Alfred Brandner (2. Dan)
Ein Erfolg für die gesamte Gemeinschaft
Vom Grundschulkind bis zum Senior waren alle Altersklassen auf der Matte vertreten. Fünf Stunden lang wurde intensiv die hohe Kunst der Selbstverteidigung trainiert. Doch nicht nur der Schweiß auf der Matte zählte: Viele fleißige Helfer hatten Kuchen gespendet, deren Verkauf die Spendensumme weiter in die Höhe trieb.
Am Ende des Tages stand das beeindruckende Ergebnis fest: Über 800 Euro konnten gesammelt werden. Dieser Betrag kommt nun ohne Abzüge der „Tour Ginkgo“ und dem „Bunten Kreis“ an der Stauferklinik zugute. Das Benefiz Budo Seminar Wetzgau war somit ein voller Erfolg – für den Kampfsport, aber vor allem für die Menschen in unserer Region.


