
Allkampf-Meisterschaft BSC Wetzgau im September 2003: Der Brazilian Jiu Jitsu Bund Deutschland und der Deutsche Verband für fernöstliche Kampfkünste (DVFK) veranstalteten in Kooperation auf dem Rehnenhof die offene deutsche DVFK-Allkampfmeisterschaft sowie ein BJJ-Newcomerturnier. Als Ausrichter fungierte der Budosportclub Wetzgau e.V., der in der Halle der Friedensschule ein erfolgreiches Wettkampfwochenende organisierte. Die Gastgeber schickten mehrere Kämpfer ins Rennen und sicherten sich insgesamt vier Vizemeistertitel sowie einen dritten Platz.
Parallel zu den Allkampf-Wettbewerben lief in der Halle ein Newcomer-Turnier im Brazilian Jiu Jitsu (BJJ), bei dem der BSC Wetzgau e.V. ebenfalls auf dem Podest vertreten war.
Das Regelwerk der DVFK-Allkampf-Meisterschaft
Der Allkampf nach den Regeln des Deutschen Verbandes für fernöstliche Kampfkünste favorisiert den realen Kampf und orientiert sich am brasilianischen „Vale-Tudo“, was übersetzt so viel heißt wie „Alles ist erlaubt“. Um die Gesundheit der Sportler zu schützen, schreibt der DVFK kleine Handschuhe sowie Kopf-, Schienbein- und Spannschutz zwingend vor. Zudem wird der Einsatz von Schlägen und Tritten auf etwa „halbe Kraft“ beschränkt.
Punktwertungen werden im Regelwerk des Allkampfs nicht vergeben. Nur klare Treffer auf empfindliche Ziele bewertet der Kampfrichter als Technischer KO. Mit Ausnahme von Fingerstichen in die Augen und Angriffen auf den Genitalbereich dürfen sowohl im Stand als auch auf dem Boden alle Techniken eingesetzt werden. Bei Würfen, Hebeln und Würgegriffen ist der volle Krafteinsatz erlaubt. Siege werden ausschließlich durch TKO oder durch Aufgabe des Gegners erzielt – in den Finalkämpfen gibt es keinerlei Zeitlimit.
Spannende Kämpfe und Erfolge im Leichtgewicht
Im Leichtgewicht konnte sich der erst 17-jährige Nino Assafiri vom BSC Wetzgau e.V. mit temperamentvollen Kickbox-Techniken bis ins Finale vorkämpfen. Dort traf er auf Mike Cüppers (Luta Livre Köln). Cüppers, der zuvor bereits die Ultimate Grappling Challenge und die internationale deutsche Meisterschaft im Submission Wrestling gewonnen hatte, sicherte sich schließlich den deutschen Allkampf-Titel. Für Nino Assafiri bedeutete die starke Leistung den deutschen Vizemeistertitel im Allkampf.

Mittelgewicht und Schwergewicht auf der Matte
Auch in den höheren Gewichtsklassen zeigten die Kämpfer des BSC Wetzgau e.V. anspruchsvolle Leistungen gegen starke Konkurrenz:
- Mittelgewicht: BSC-Kämpfer Marc Vida sicherte sich den zweiten Platz hinter Max Friedrich (Brazilian Jiu Jitsu Neuried/Schwarzwald). Marc Vida setzte sich im Turnierverlauf unter anderem mit Boxtechniken und gezielten Kniestößen in der Bodenlage durch.
- Schwergewicht: Im Schwergewicht gelang es BSC-Trainer Gerold Bauer, den amtierenden WM-Dritten im Brazilian Jiu Jitsu, Holger Schipper (Neuried), mit Schlägen in der Bodenlage zu besiegen. Da beide Sportler im Anschluss punktgleich im Finale erneut aufeinandertrafen, bot der Gmünder dem Gast als Revanche an, diese zweite Begegnung im Brazilian-Jiu-Jitsu-Modus auszufechten. Dieses Duell entschied der WM-Dritte schließlich mit einem Armhebel für sich, sodass Gerold Bauer den Vizemeistertitel erreichte.
Bei den Damen belegte Erika Müller vom BSC Wetzgau e.V. den zweiten Platz hinter Natalie Mack (Iller-Dragons, amtierende deutsche Jiu-Jitsu-Jugendmeisterin).
Erfolgreicher Start beim BJJ-Newcomerturnier
Neben seinen Einsätzen im Allkampf trat Nino Assafiri vom BSC Wetzgau e.V. parallel beim BJJ-Newcomerturnier an. In diesem Wettbewerb sicherte er sich mit einer engagierten Leistung den dritten Platz und komplettierte damit die Erfolgsbilanz des Vereins bei der Heim-Meisterschaft auf dem Rehnenhof.
Das Turnier in der Halle der Friedensschule unterstrich die Vielseitigkeit des BSC Wetzgau e.V. im Bereich der realistischen Kampfkünste und des Bodenkampfes.


